VR in der Förderschule – Berufsfelderkundung

BiddW-Dez.46.04 BR Arnsberg

Wozu diese Pinnwand?

  • Diese digitale Pinnwand ist als Informations‑ und Arbeitsstruktur für Lehrkräfte konzipiert. Sie bietet eine übersichtliche Sammlung von Materialien, Aufgabenideen, Hinweisen und Reflexionsanregungen zum Einsatz von Virtual Reality (VR) in der Berufsfelderkundung an Förderschulen. Sie soll als Orientierungs‑ und Unterstützungsressource für die Planung und Durchführung von VR‑geführten Berufsvorbereitungsangeboten dienen.

VR im Berufsvorbereitungsbereich

  • Virtual Reality (VR) bietet im Berufsvorbereitungsbereich der Förderschule authentische, erlebnisnahe Einblicke in verschiedene Berufsfelder – auch an Orten, die im Alltag schwer zugänglich sind. In geschützten, wiederholbaren Simulationen können Lernende Arbeitsabläufe, Umgebungen und typische Aufgaben kennenlernen, ohne großen organisatorischen Aufwand, was die Berufsorientierung sinnvoll ergänzen kann.
  • VR unterstützt besonders Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, weil sie motivierende, reizarme und individualisierbare Lernwege bieten kann, in denen kognitive und teilweise soziale und motorische Kompetenzen geschult werden können. Gleichzeitig kann VR die Selbstwirksamkeit stärken und den Übergang Schule–Beruf vorbereiten, indem sie realitätsnahe Erfahrungen und klare Impulse für die Berufswahl ermöglicht.

Von wem ist die Pinnwand?

  • Die Pinnwand ist ein Gemeinschaftsprojekt von Medienberatenden der Bezirksregierung Arnsberg (Dez. 46.4).
    Die Medienberatenden sind dort die Ansprechpersonen für die Förderschulen:
  • Kai Bolte, Jörg Diekmann, Timo Giebel, Anna Louisa Jesudason und Kay Petersen

Arbeiten mit Unterstützung

  • Thema im Überblick
  • Die Schüler*innen erleben mit VR-Technologie, wie Berufsfelder mit Begleitung durch den Integrationsfachdienst (IFD) aussehen und entdecken Alternativen zur Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM).

  • Gliederung & Ablauf
  • 1. Situationsbezug
  • Viele Schülerinnen kennen vor allem die WfbM. Mit VR werden neue Arbeitsplätze und die Begleitung durch den IFD erlebbar.*
  • 2. Fächerübergreifendes Arbeiten
    • Berufsvorbereitung: Berufsfelder, IFD, Unterstützungsstrukturen
    • Deutsch: Interessen aussprechen, eigene Stärken zeigen
    • Gesellschaftslehre / Lebenspraxis: Teilhabe & Rechte
    • Digitale Bildung: Reflektierte VR-Nutzung
  • 3. Produktorientierung
    • Erstelle ein digitales Berufsporträt
  • (Audio, Steckbrief, Video oder Poster)
    • Zeige:
    • Virtueller Beruf
    • deine Einschätzung
    • wo du Unterstützung brauchst
    • Stelle den IFD als Partner vor
  • 4. Einstieg
  • Impuls:
  • „Wo willst du arbeiten – und was brauchst du dazu?“
    • Blitzlichtrunde: „Was kann ich gut?“
    • Gemeinsames Betrachten erster Berufsbilder mit VR (siehe Links)
  • 5. Umsetzung
    • Berufsbezogene VR-Erkundung
  • (z. B. Lager, Küche, Reinigung, Pflege)
    • Beobachtungsbogen zur:
    • Selbsteinschätzung
    • Ermittlung von Unterstützungsbedarf
    • Gruppenarbeit
  • → Steckbriefe zu Berufen erstellen
    • Austausch mit einem echten IFD
  • (z. B. Diakonie Dortmund )
  •  
  • 6. Präsentation
    - Kurze Vorstellungen im „Berufe-Karussell“
    • Reflexionsrunde:
    • Was interessiert mich?
    • Wie hilft der IFD?
    • Dokumentation im Berufswahlpass
  •  
  • Hinweis zur Differenzierung
  • Differenziere Inhalte je nach Bedarf:
    • Leichte Sprache
    • Symbole / Visualisierungen
    • statt Text

Infobox: Integrationsfachdienst (IFD)

Werkstatt erkunden

  • Thema im Überblick
  • Mithilfe von Virtual Reality (VR) tauchen Schüler*innen in verschiedene Arbeitsbereiche einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) ein.
  • Die immersive Darstellung ermöglicht einen angstfreien, motivierenden Erstkontakt mit der Arbeitswelt und unterstützt die Interessenfindung sowie die Wahrnehmung eigener Stärken – insbesondere für Lernende mit Förderbedarf.

  • Gliederung & Ablauf
  • 1. Situationsbezug
  • VR-gestütztes Reinschnuppern in Arbeitsbereiche
    • Einsatz von 360°-VR-Inhalten zur Erkundung typischer Arbeitsfelder einer WfbM
    • Mögliche Arbeitsbereiche:
      - Metall / einfache industrielle Tätigkeiten
      - Montage und Verpackung
      - Küche / Hauswirtschaft
      - Garten- und Außenarbeiten
    • Lernende erleben:
      - reale Arbeitsumgebungen
      - typische Materialien und Werkzeuge
      - Geräusche und Abläufe
      → besonders geeignet für Schüler*innen mit Ängsten, geringer Vorstellungskraft oder wenig Berufserfahrung
  • 2. Fächerübergreifender Einsatz
  • Berufsvorbereitung / Arbeitslehre
    • Kennenlernen von Tätigkeiten in einer WfbM
    • Vergleich verschiedener Arbeitsbereiche
    • Erste berufliche Orientierung („Das interessiert mich / das eher nicht“)
  • Deutsch / Kommunikation
    • Beschreiben einfacher Arbeitsabläufe aus der VR
    • Formulieren eigener Eindrücke und Interessen
    • Unterstützend:
      - Satzanfänge
      - Bild- und Symbolkarten
      - mündliche oder audio-gestützte Beiträge
  • Gesellschaftslehre / Sozialtraining
    • Arbeit als Teil gesellschaftlicher Teilhabe
    • Bedeutung von Werkstätten für behinderte Menschen
    • Gespräch über Rechte, Mitbestimmung und Miteinander
  • Digitale Medienbildung
    • Sachgerechter Umgang mit VR-Brillen
    • Hygiene, Nutzungsdauer, Sicherheit
    • Unterscheidung zwischen virtueller Darstellung und Realität
  • 3. Poduktorientierung
  • Schülerprodukte (differenziert):
    • Erstellung eines Portfolios oder Posters, z.B.:
      - Mein Wunscharbeitsbereich
      - Positiver Eindruck aus der VR
      - „Das kann ich gut“
      - „Das möchte ich lernen“
    • Differenzierung:
      - Symbole und Piktogramme
      - Ankreuzfelder
      - Sprachausgabe oder Audioaufnahme
    • Optional:
      - Standbilder aus 360°-Videos (durch Lehrkraft)
  • 4. Einstieg
  • Aktivierung von Vorwissen und Erwartungen
    • Gesprächsrunde:
      - „Was weißt du über Werkstätten?“
      - „Was ist Arbeit?“
    • Visueller Impuls:
      - Kurzfilm zur WfbM (z. B. YouTube)
      Beispielvideo:
      https://www.youtube.com/watch?v=0m9fm0fjpL8
    • Clusterarbeit:
      - „Was stelle ich mir unter Arbeit in der Werkstatt vor?“
      - Sammeln von Vorstellungen, Fragen und Erwartungen
  • 5. Umsetzung
  • VR-Phase und Auswertung
    • Nutzung der VR-Brille:
      - einzeln oder in Kleingruppen
      - kurze Sequenzen (1–3 Minuten)
    • Ergänzend oder alternativ: frei verfügbare 360°-Videos (YouTube)
  • Geeignete 360°-Inhalte zur Berufsorientierung:
  • Begleitmaterial:
    • Beobachtungsbogen (Leichte Sprache / Symbole):
      - Was habe ich gesehen?
      - Was fand ich interessant?
      - Was möchte ich nicht machen?
    • Austausch im Tandem oder Sitzkreis
    • Anlegen eines persönlichen „Ich-kann-das“-Profils
  • 6. Präsentation & Reflexion
  • Abschluss und Ausblick
    • Galeriegang:
      - Präsentation der Poster oder Portfolios
    • Rückmeldungen:
      - durch Mitschüler*innen
      - optional durch Mitarbeitende einer WfbM (Besuch, Gespräch, Feedback)
    • Gemeinsame Reflexion:
      - „Was traue ich mir jetzt zu?“
      - „Was könnte ich mir später vorstellen?“
      - „Was habe ich über mich gelernt?“
  • Mehrwert für Förderschule & Inklusion
    • geschützter, angstfreier Zugang zur Arbeitswelt
    • hohe Motivation durch immersive Medien
    • starke Differenzierung (Sprache, Symbole, Audio)
    • Vorbereitung auf Praktika, Werkstattbesuche und Übergänge

Erster Arbeitsmarkt

  • Thema im Überblick
  • Die Lernenden erkunden mit VR-Berufseinblicke in verschiedene Arbeitsfelder. Dabei finden sie heraus, welche beruflichen Möglichkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt auf sie warten und reflektieren eigene Stärken und Anforderungen.

  • Gliederung & Ablauf
  • 1. Situationsbezug:
    - VR-gestützte Berufsfelderkundung und praktische Einblicke in Arbeitsfelder
    - Kennenlernen vielfältiger Arbeitsfelder und Berufe als Ideengeber für eigene Praktika
  • Die Schüler*innen lernen
    • berufliche Tätigkeiten aus verschiedenen Arbeitsfeldern benennen und beschreiben
    • eigene Interessen, Stärken und Grenzen in Beziehung zu Berufsfeldern zu setzen
      einfache Anforderungen des ersten Arbeitsmarkts zu verstehen
    • Informationen aus VR-Erfahrungen strukturiert in einem Bericht, einer Präsentation oder einem 360°-Inhalt / Film zu dokumentieren
  • 2. Fächerübergreifend:
    Berufsvorbereitung / Arbeitslehre
    • Kennenlernen von Tätigkeiten in verschiedenen Arbeitsfeldern (z. B. Handwerk, Dienstleistung, Produktion)
    • Vergleich verschiedener Berufsfelder
    • Erste berufliche Orientierung („Das interessiert mich / das eher nicht“)
  • Deutsch / Kommunikation
    • Beschreiben einfacher Arbeitsabläufe
    • Formulieren eigener Eindrücke und Interessen
  • Medienbildung / Informatik
    • Gespräch über Rechte, Anforderungen und Mitbestimmung, digitale Medienbildung
    • Sachgerechter Umgang mit VR-Brillen
  • 3. Produktorientierung:
    - erlangtes Wissen in einem eigenen kreativen Produkt umsetzen
    - Beispiele:
    - Erstellen eines eigenen VR-Berufsfelderkundungsberichts
    - eigenen Praktikumsbesuch als 360°-Inhalt (alternativ als z.B. iMovie-Film)
  • Mögliche Themen der Präsentation:
    • Mein Wunscharbeitsfeld
    • Positiver Eindruck aus der VR
    • „Das kann ich gut“
    • „Das möchte ich lernen“
  • 4. Einstieg:
  • Aktivierung von Vorwissen und Erwartungen
  • Gesprächsrunde:
    • „Was weißt du über verschiedene Berufsfelder?“
    • „Was ist der erste Arbeitsmarkt?“
  • Visueller Impuls:
    • Kurzfilm zu Berufsfeldern (z. B. YouTube)
  • Clusterarbeit:
    • „Was stelle ich mir unter Arbeit in verschiedenen Feldern vor?“
    • Sammeln von Vorstellungen, Fragen und Erwartungen
  • 5. Umsetzung:
    - Einstieg im Plenum
    - VR-Phase und Auswertung
    • Nutzung der VR-Brille: Einzeln oder in Kleingruppen; Kurze Sequenzen (1–3 Minuten), Beobachtungsbögen (Was habe ich gesehen?, Was fand ich interessant?, ...), Austausch im Tandem/Sitzkreis
      - Planung in Kleingruppen
      - Endprodukte einzeln gestalten
  • 6. Präsentation:
    - Ergebnisse als Video/kurze Präsentationen zeigen
  • Rückmeldungen:
    • Durch Mitschüler*innen
    • Optional durch Berufsinformierende (Besuch, Gespräch, Feedback)
  • Gemeinsame Reflexion:
    • „Was traue ich mir jetzt zu?“
    • „Was könnte ich mir später vorstellen?“
    • „Was habe ich über mich gelernt?“

ÖPNV & Praktikum

  • Thema im Überblick
  • VR hilft, den Übergang in die Berufswelt selbstständig und sicher zu meistern. Die Lernenden finden heraus, wie sie den ÖPNV nutzen und so ihren Praktikumsplatz selbstständig, sicher und pünktlich erreichen!

  • Gliederung & Ablauf
  • 1. Situationsbezug:
  • VR simuliert echte Herausforderungen: Fahrpläne, Orientieren, Ansprechpartner finden
  • 2. Fächerübergreifend:
    • Geografie (Orientierung im Raum)
    • Mathematik (Zeit/Fahrplan)
    • Deutsch (Infos lesen, kommunizieren)
    • Sozialkunde & Berufsorientierung
  • 3. Produktorientierung:
    • Eigene digitale Lernpfade in VR gestalten
    • Dokumentation als Portfolio oder Video-Tutorial
  • 4. Einstieg:
    • VR-Story: "Du musst heute selbstständig zu deinem Praktikumsplatz fahren."
    • Think-Pair-Share zum Sammeln erster Ideen
  • 5. Umsetzung:
    • In Gruppen/alleine verschiedene ÖPNV-Simulationen erleben
    • Motivation durch Gamification (Level, Herausforderungen)
  • 6. Präsentation:
    • Reflexionen, digitale Berichte oder Erfahrungs-Tage mit echtem Nahverkehr zeigen und besprechen

(VR-) Material / Links:7

VR-Projekt MSB & KMZ

  • Unterstützungsangebot des MSB NRW Virtual Reality (VR)-Technologie im schulischen Unterricht einzusetzen.

VR-Anwendungen über die Bildungsmediathek NRW (VIL Portal)

  • Hochwertige 360°-Videos und Virtual Reality (VR)-Anwendungen stehen in der Bildungsmediathek bereit.
    Sie werden den Schulen und Bildungseinrichtungen in den am VR-Projekt teilnehmenden Kommunen in Nordrhein-Westfalen über eine gemeinsame Schnittstelle im VIL-Portal zugänglich gemacht. Der Login erfolgt über die Bildungsmediathek.
  • Die Inhalte im VIL-Portal können auch ohne Login unter folgendem Link eingesehen werden:
  • ... und dann bei Suchbegriff eingeben ...
  • "Berufliche Bildung" eingeben.
  • Es gibt auch verschiedene Filtermöglichkeiten.

Bundesagentur für Arbeit

  • 360° Videos von Berufe.tv auf Youtube bieten Einblicke in viele verschiedene Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten.

"Dein erster Tag"

Beruf VR

VR-Videos der HWK Wiesbaden

ASB-NRW

  • VR-Angebot des ASB NRW zu "sozialen Berufen". Funktioniert direkt im Browser oder mit "Cardboard-VR-Brillen".

Wie bekomme ich VR-Brillen?4

VR-Brillen Ausleihe in NRW

  • In 46 beteiligten Kommunen Nordrhein-Westfalens stehen VR-Brillen für den Einsatz im schulischen Unterricht bereit. Dort erhalten Lehrkräfte eine persönliche Beratung zur Nutzung von VR in der Schule.
  • Eine Übersicht befindet sich in der PDF Datei oberhalb.
  • Die VR-Brillen befinden sich in Koffern mit je 4 oder 8 Brillen, inklusive Controller, Router und Ladefunktion.
  • Diese Brillen lassen sich mit den Inhalten aus dem VIL-Portal (siehe Spalte links) bespielen.

Ausleihe VR-Brillen: Mein erster Tag

  • Über "Dein erster Tag" können VR-Brillen zur Berufsorientierung ausgeliehen werden. Alle Informationen dazu gibt es auf der entsprechenden Homepage.
  • Die DET Medienbox enthält 3 VR-Brillen, ein BerUFO sowie bebilderte Anleitungen. Mit den VR-Brillen können Schüler*innen verschiedene Ausbildungen mit 360°-Betriebsrundgängen hautnah erleben.

Alternative: VR mit dem Smartphone

  • Es gibt die Möglichkeit mit "Pappadaptern" z.B. Cardboard ein Smartphone als VR Brille zu nutzen.
    Allerdings können viele Videos auch einfach über das iPad genutzt werden.

Ausleihe von 360° Kameras für eigene VR-Inhalte

  • In den kommunalen Medienzentren können auch 360°Kameras ausgeliehen werden. Mit diesen Kameras können beispielsweise Strecken mit dem ÖPNV oder auch Praktikumsbesuche gefilmt bzw. 360°-Fotos erstellt werden. Aus diesen Videos bzw. Fotos können kleine eigene VR-Inhalte z.B. als Praktikumspräsentation erstellt werden.
  • Vordrucke für Foto-/Videogenehmigungen sind hier zu finden: https://datenschutz-schule.info