NWDK Kick-off 2026 (Dokumentation)

Deutscher Judo-Bund e.V.

Kontext und Ziele des Kick-off 2026

  • Im Jahr 2025 waren das Programm vom 1. bis 3. Dan sowie die Organisation von modularen Dan-Graduierungsmaßnahmen Schwerpunkte der Arbeit. Dies wird fortgesetzt und durch neue Schwerpunkte 2026 ergänzt.
  • Schwerpunkte Kick-off 2026:
  • Impulse für die Arbeit der Kreise (Schwerpunkt 1. Kyu):
    • Wahlbereiche SV, Taiso und Kata,
    • Inhaltliche und methodisch/didaktische Beispiele für das Grund- und Erweiterungsprogramm Nage-waza und Katame-waza,
    • Klärung der (modularen) Angebotsformate in den Kreisen
    • Organisation, Verwaltung und Administration des Graduierungswesens
  • Multiplikatorenschulung Dan-Bereich (Schwerpunkt 4./5. Dan):
    • Theorie:
      • Methodik/Didaktik: induktive und deduktive Methoden
      • Organisation der Online-Überprüfungen
    • Nage-waza und Katame-waza: Prinzipien und Nomenklatur
  • Vernetzung und Kommunikation:
    • freie Austauschrunden
    • Ehrungen
  • Ausblick
  • Zur Organisation konkreter Vorbereitungs-maßnahmen für den 4. bis 6. Dan wird eine Abfrage des Interesses bei allen registrierten Trägern des 3. bis 5. Dan erfolgen.
  • Hier kannst Du Dein Interesse bekunden!

Orga und Rahmen3

DJB-Konzept Multiplikatorenschulung

Anreise / Unterkunft

  • Ort und Anreise:
    • BLZ Köln
    • Freitag, 9. Januar 2026 bis 15.45 Uhr
  • Vorbereitungstreffen online:
    • Refereten: Montag, 15. Dezember 2025, 19.00 Uhr
    • alle TN: Montag, 22. Dezember 2025, 19.00 Uhr
  • Rückfragen an:
    • h.kletke@t-online.de
      (Organisation und Anmeldung)
    • wolfgang@dax-romswinkel.de
      (sportliches Programm)

Referentinnen und Referenten

  • Leitung und Koordination:
    • Harald Kletke
  • Referentinnen und Referenten:
    • Ralf Lippmann
    • Mareen Kräh
    • Wolfgang Dax-Romswinkel
    • Ulla Loosen
    • Sebastian Bergmann
    • Erik Goertz
    • Helene Weinmann
    • Max Nowak
    • NWDK Team SV
    • NWDK Team Online-Formate

Freitag4

16.00 bis 16.45 Uhr

Einführung (Hörsaal)

  • Hörsaal
  • Einführung in das Wochenende:
    • Begrüßung
    • Kurzvorstellung des Kick-off Programms
    • Klärung von Orga-Fragen
17.00 bis 18.30 Uhr

Nage-waza / Organisation

  • Dojo
  • Beispiel für Theorie zum 3. Dan
    und gleichzeitig zum 5. Dan
    • Zweikämpfe um das Gleichgewicht als Hinführung zu Wurftechniken (5. Dan) und kritische Betrachtungen zu Kuzushi, Tsukuri, Kake (3. Dan) an verschiedenen Beispielen
  • Hörsaal
    • Das Graduierungswesen in der digitalen Mitgliederverwaltung
    • Aufgabenverteilung zwischen NWJV und NWDK

Abendessen

19.30 bis 21.00 Uhr

KDV-Arbeitstagung / Freie Austauschrunde

  • KDV Arbeitstagung (Raum NN)
    • Tagesordnung wird den KDV mit separater Post zugeschickt
  • Angebote von Teilnehmenden für Teilnehmende (Bar-Camp)
  • Meldeschluss für Themen ist 17.00 Uhr. Treffpunkt aller TN 19.30 Uhr im Hörsaal.
  • Bitte tragt Eure Angebote und/oder Wünsche in in die Themensammlung unten ein (ohne die Beiträge anderer zu löschen 😇)

Samstag6

9.00 bis 10.30 Uhr

Osaekomi-waza und Befreiungen / Wahlfach Taiso

  • Dojo 1:
  • Beispiel für Theorie 5. Dan:
    • Halten und Befreien induktiv mittels Zweikampfübungen vermitteln
  • Dojo 2:
    • Taiso im Kyu-Bereich: Tandoku-renshu von Nage-waza
10.45 bis 12.15 Uhr

Nage-waza / Wahlfach SV

  • Dojo 1:
  • Nage-waza 5. Dan
    Beispiel für Theorie 4. Dan:
    • Sutemi-waza, ihre Nomenklatur/Systemtik (5. Dan) und ihre Vermittlung mit methodischen Übungsreihen unter Anwendung des Koordinations-Anforderungs-Reglers (KAR) (4. Dan)
  • Dojo 2:
  • Wahlfach SV zum 1. Kyu

Mittagessen

14.00 bis 15.30 Uhr

Orga / Wahlbereich Kata

  • Dojo
    • Ideen und kreative Lösungen für das Wahlfach Kata zum 1. Kyu
  • Hörsaal
    • Organisation und Ablauf der Durchführung von Online-Prüfungen
16.00 bis 18.00 Uhr

Shime-waza und Kansetsu-waza

  • Dojo
  • Katame-waza 5. Dan
    • Prinzipien und physiologische Wirkungsweise von Shime- und Kansetsu-waza anhand ausgewählter Beispiele

Abendprogramm

  • Ehrungen, gemeinsames Abendessen und gemütliches Beisammensein

Sonntag4

09.00 bis 9.45 Uhr

Grundlagen Graduierungssystem

  • Hörsaal:
    • Grundlagen der Niveaustufen im neuen Graduierungssystem des DJB
10.00 bis 12.00 Uhr

Situationslösungen Stand

  • Dojo
  • Wahlbereich Wettkampf
    • Aktuelle Entwicklungen in der Ausbildung von Wettkämpfern

Mittagessen

13.30 bis 15.30 Uhr

Situationslösungen Boden

  • Dojo
  • Wahlbereich Wettkampf
    • Aktuelle Entwicklungen in der Ausbildung von Wettkämpfern

Nage-waza und Katame-waza3

DJB-Materialien zur Standardisierung der Nomenklatur

Technikliste mit Definitionen

Katame-waza

Bar-Camp4

Stellenwert von SV

Judotechniken situativ sinnvoll präsentieren

Erwartungshorizonte im Anforderungsbereich Theorie

Beispiele Positionswechsel am Boden

  • Aufgabe: die Grundidee ist, dass es eine wesentliche Kompetenz des Bodenkampfes ist, sich aus einer eher nachteiligen Position heraus, sich in eine eher vorteilhafte Position zu kämpfen.
  • Nicht gemeint sind bei dieser Aufgabe direkte Angriffe mit konkreten Techniken aus Standardsituationen
  • Beispiele für derartige Positionswechsel sind zum Beispiel:
    • sich aus der eigenen Bank- oder Bauchlage auf den Rücken drehen und den Gegner zwischen die Beine zu nehmen,
    • aus der Unterlage in Beinklammer den Gegner umdrehen und selbst in Oberlage zu kommen, ohne die Beinklammer zu lösen (=nach dem Umdrehen ist man in Oberlage mit geklammertem Bein)
    • aus der Unterlage in Beinklammer den Gegner (vollständig) zwischen die Beine zu nehmen.
    • aus der Unterlage den Gegner in Bauchlage oder Bankposition zwingen und dann angreifen.
    • sich aus einer Kansetsu- oder Shime-waza zu befreien und den Gegner dann angreifen.

Wahlbereiche 1. Kyu4

Taiso

  • Praxisanforderungen: rhythmische Tandoku-renshu von 10 Techniken der abgebildeten 12 Techniken nach Wahl.

Selbstverteidigung

Methodik / Didaktik (4./5. Dan)1

Bewegungsanweisung und Bewegungsaufgabe

  • Zusammenfassende Handreichung zu den Einheiten:
    • Zweikämpfe um das Gleichgewicht als Hinführung zu Wurftechniken
    • Halten und Befreien induktiv mittels Zweikampfübungen vermitteln
    • Sutemi-waza und ihre Vermittlung mit methodischen Übungsreihen unter Anwendung des Koordinations-Anforderungs-Reglers (KAR)

Niveaustufen erklärt2

Warum "Niveaustufen"?

  • Aus der Satzung des NWDK:
  • Das NWDK erlässt im Auftrag des Fachverbandes (NWJV) Ausführungsbestimmungen für Prüfungen im Kyu- und Dan - Bereich und sorgt für eine einheitliche Durchführung und Bewertung.
  • Über Jahrzehnte wurde bei Judo-Prüfungen mit Ziffern auf einer Skala von 6 bis 1 (wobei 6 die beste Note war) bewertet. Zum Bestehen benötigte man im Schnitt eine 4.
  • Aber....
  • Obwohl zum Bestehen jeweils die Note 4 ausreichte, wurde für einen 5. Dan natürlich eine bessere Ausführung beim selben Inhalt erwartet, als z.B. für einen 1. Kyu und für diesen wiederum eine bessere Ausführungsqualität als z.B. für einen 5. Kyu.
  • Problem:
  • Eine Beschreibung der Anforderungsprogession wurde nie in den Prüfungsordnungen verankert.
  • Wir haben also die Steigerung der Ausführungsqualität zwar wie selbstverständlich eingefordert, aber nirgendwo definiert.
  • Die Qualitätsanforderungen waren damit immer vollkommen intransparent und nur durch die Praxis zwischen den Prüfenden "kalibriert".
  • Damit gab es in der Folge auch keine klaren Lernziele für die Vorbereitung und auch keine Transparenz der Bewertungen! Es "reichte" den Prüfenden, oder es "reichte Ihnen nicht". Das naturgemäß subjektive Urteil musste sich nie an Kriterien messen lassen.
  • Es gab zwar immer wieder Versuche, Minimalanforderungen für die Qualität des Gebotenen zu definieren, um diese Kriteien zu schaffen. Aber das geschah nicht zentral gesteuert, sondern regional unabhängig voneinander (oder auch gar nicht).
  • Diese Regelungslücke war nicht weiter hinnehmbar und wurde mit der Definition der Niveaustufen geschlossen,
  • Die Niveaustufen sind eine Beschreibung der Progession der Mindestanforderung für die Kyu- und Dangrade und stellen damit Ausbildungsziele dar.

Niveaustufen im Detail

  • Grundsatz: Die Niveaustufen sind der Qualitätsaspekt der Ausbildungsziele im DJB.
  • Betrachten wir den einfachsten Fall, die Ausführung von Techniken in geschlossenen Situationen, z.B. bei Kata. Der Fall ist deshalb am einfachsten zu betrachten, weil sämtliche Aspekte der Situation und der Situationslösung vorgegeben sind. Wir unterscheiden hier vier Stufen der Umsetzung des "technischen Prinzips". Sie steigert sich von:
  • 1=erkennbar → 2=weitgehend → 3=fast vollständig → 4=perfekt
  • Nun müssen wir berücksichtigen, dass es sehr komplexe und weniger komplexe Abläufe gibt, sich die Aktionen also in der Schwierigkeit unterscheiden. Außerdem müssen wir Aspekte wie Dynamik und Wiederholungsstabilität einbeziehen. Ausdifferenziert ergibt sich damit folgende Tabelle für die Technikausführung in geschlossenen Situationen (also z.B. Kata).
  • Zur Beachtung:
    • Formalia gelten nur für Kata-Demonstrationen
    • Dynamik ist stets am Charakter der Aktion zu bewerten (= bei Kansetsu-waza anders als bei Nage-waza)
  • Aber jetzt wird es komplex - es gibt ja nicht nur Kata und wir müssen das Konzept auf die anderen Bereiche übertragen. Aber bitte keine Angst, denn die beiden Enden der Skala sind definiert:
  • Anfänger (1) und Experte (4) können wir leicht erkennen. Ist eine Leistung irgendwo dazwischen, muss man sich nur entscheiden, ob die Leistung eher zum Anfänger (dann 2) oder zum Experten (dann 3) tendiert. Auch das zu erkennen dürfen wir uns zutrauen!
  • Wir haben also auch für alle anderen Bereiche Niveaustufen definiert. Die Erläuterung und die Herleitung findet Ihr im nachfolgenden Grundlagentext.
  • Tipp: auf den letzten beiden Seiten ist ein große tabellarische Übersicht!

Dies und Das3

Warum heißt es nicht mehr Prüfungsordnung?

  • In der Pionierzeit des deutschen Judo in den 1950er und 1960er Jahren stand die Verbreitung des Judo im Vordergrund, wofür man viele ausgebildete Lehrer und Trainer benötigte. Dies war Kernaufgabe des damaligen DDK. Erst nach Gründung des DDK nahm man Kontakt mt dem Kodokan bezüglich Graduierungen auf!
  • Mit Aufbau der Verbandsstrukturen übernahmen schrittweise DJB und Landesverbände die Ausbildung von Trainerinnen und Trainern, während sich das Prüfungswesen immer stärker von der Ausbildung entkoppelt hat. Dies führte neben finanziellen Verteilungskämpfen letztlich zum Bruch zwischen DDK und DJB.
  • Der Versuch des DJB, eine "Ausbildungs- und Prüfungsordnung" zu schaffen, in der Prüfungsanforderungen an einer DJB-Ausbildungskonzeption orientiert waren, scheiterten letztlich, da die konkreten Ideen zur Ausbildung in den Landesverbänden nicht durchgesetzt werden konnten. Auch konnte die ausufernde Bürokratie trotz einiger Anstrengungen nicht wirksam genug reduziert werden.
  • Mit dem neuen Graduierungssystem soll die Ausbildung wieder in den Vordergrund gerückt werden.
  • Dazu wurde die Aufzählung von Prüfungsinhalten durch "Anforderungen an die jeweiligen Graduierungen" ersetzt und ein deutlich flexiblerer Rahmen zur Durchführung der Leistungsüberprüfung gesetzt..
  • Mit dem neuen Graduierungssystem wurde so der Fokus weg von Prüfungsbestimmungen hin zu den gewünschten Ausbildungsergebnissen gelenkt.
  • Aus diesem Grund beschreiben wir Ausbildungsziele in den Anforderungen!

Was meinen wir mit Kompetenzorientierung?

  • Die Ausbildung (=das Gelernte) soll stets einen praktischen Nutzen für die Lernenden haben. Es muss also anwendbar sein, oder mit anderen Worten: die Anwendbarkeit in realen Situationen (Training, Wettkampf usw.) in verschiedenen Funktionen (Aktive, Trainer, Kampfgericht usw.) steht im Vordergrund.
  • Maßstab ist also das kompetente Handeln in der Judopraxis bei der Bewältigung von Aufgaben in verschiedenen Rollen/Funktionen.
  • Kompetenzorientierung verfolgt also das Leitbild des kompetent handelnden Judoka und kann auch als Vermeidung des Lernens von trägem (=nicht anwendbarem) Wissen und Können definiert werden.

Wie steigern sich die Anforderungen von Grad zu Grad?

  • Die Steigerung der Anforderungen sind:
    • Inhalte der vorigen Grade sind immer auch im nächsten Grad enthalten, weshalb es keine separat aufgeführten "Vorkenntnisse mehr gibt).
    • die Qualität der Beherrschung soll steigen, weshalb wir Qualitätsstufen ("Niveaustufen") definieren müssen.

Planung: Harald Kletke, Wolfgang Dax-Romswinkel

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