Im Rahmen des aus Mitteln des DigitalPakt Schule finanzierten landesweiten Pilotprojektes „Virtual Reality Technologie" können im Medienzentrum des Ennepe-Ruhr-Kreises Virtual-Reality-Brillen ausgeliehen werden. Dies erfolgt über den Technikverleih der Bildungsemdiathek NRW. Insgesamt stehen 40 Virtual-Reality-Brillen vom Typ Pico Neo 3 in sechs Koffersets (vier Lernkoffer mit acht Brillen und zwei Lernkoffer mit vier Brillen) zur Verfügung. Diese können für den Einsatz im Unterricht ausgeliehen und über das VIL Portal mit passenden Medien bespielt werden.
Über technische Geräte wie das Smartphone wird in die reale Welt hineingeschaut und computergenerierte Inhalte erscheinen in der unmittelbaren Umgebung.
Bei der Nutzung der Brillen gilt es Alter, Klassenstufe, Fach, körperliche und kognitive Voraussetzungen, Konsequenzen der Rollenübernahme (z.B. bei der Anne Frank Anwendung) und Motion Sickness zu beachten und vor Nutzung der Brillen mit der Klasse zu diskutieren.
Wohin werden die Schüler und Schülerinnen versetzt?
Vor und nach dem Einsatz der VR-Brillen kann über das Verhältnis von Virtualität und Realität sowie die damit zusammenhängenden Konsequenzen der Immersion diskutiert werden. Inwiefern verändern sich Lernprozesse, wenn eine VR-Brille zum Einsatz kommt? Inwiefern unterscheidet sich diese Technik von anderen Lernmedien?
Wozu wird die VR-Technologie im Unterricht eingesetzt?
Hier gilt es die Kommunikationsabsicht den Schüler*innen transparent zu machen: Zu welchen Anlässen kann die VR-Technologie sinnvoll eingesetzt werden?
Angeschlossen werden kann mit einer ethischen Dikussion beispielsweise im Geschichtsunterricht: Welche historischen Zeiten sollten mit der VR-Anwendung nachgefühlt und erlebt werden? Gibt es historische Momente, die nicht abbildbar sind?
Die Zeitschrift für Medienpädagogik hat sich in zwei Ausgaben (Heft 47 und 51) intensiv mit dem Themenfeld „Immersives Lehren und Lernen mit Augmented und Virtual Reality“ beschäftigt.
Heft 51: Immersives Lehren und Lernen mit Augmented und Virtual Reality – Teil 2 | MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung
Grundsätzlich: VR ist wie kein anderes Medium in der Lage das Gefühl zu vermitteln sich in einer realen Situation zu befinden. Dies kann dem Lernzuwachs signifikant zu Gute kommen.
VR sollte nur ein Teil einer Reihe von Lernimpulsen darstellen.
Ergebnis der Studie von Parong und Meyer (2018): Wenn Lerninhalte im Fach Biologie am Stück rezipiert werden, war bei der Power Point-Vermittlung das Lernergebnis besser.
Lernmotivation, Interesse an den Inhalten und Engagement war bei der VR-Anwendung höher ausgeprägt. Lernleistung erhöhte sich signifikant, wenn Inhalte in Segmenten mit kurzer Zusammenfassung am Schluss vermittelt wurden.
Es kommt somit auf die Lernstrategien an!
Quelle: Parong, J., & Mayer, R. E. (2018). Learning science in immersive virtual reality. Journal of Educational Psychology, 110(6), 785–797.
Zusammenfassung 30 aktueller Studien (Schweiger et. al. 2022, Themenheft Zeitschrift für Medienpädagogik 47, S. 1-25):
VR kann bei der Inklusion von körperlich oder geistig beeinträchtigten Schüler*innen helfen (Ortsunabhängigkeit, Sensibilisierungsprojekte mit Ziel der Rollenübernahme).
Durch Visualisierung und Interaktion mit Lerninhalten kann eine tiefere Ebene des Verständnisses geschaffen und Aufmerksamkeits- wie Motivationsdefiziten entgegengewirkt werden.
Unterricht kann interessanter gestaltet werden und Konzepte können anders verstanden werden (z.B. durch dynamische Visualisierungen bei MEL Science).
Der Verleih erfolgt über den Technikverleih der Bildungsmediathek NRW. Ausleihe erfolgt nur nach vorheriger Teilnahme an einem Workshop. Danach können die Brillen im praktischen Koffer für den Einsatz im Unterricht oder das Ausprobieren im Kollegium für 21 Tage ausgeliehen werden (nach Absprache sind längere Leihzeiten grundsätzlich möglich).