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Handlungsfelder der Berufsbildung
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Berufsorientierung muss daher im aktuellen Verständnis mehr sein als die einmalige, lineare Berufswahlvorbereitung für eine Berufs- oder Studienwahlentscheidung. Sie ist ein lebenslanger Prozess der Entwicklung und Klärung von individuellen Interessen, Wünschen und Stärken.“(Handreichung Berufswahlpass, 2012) In einer Gesellschaft, in der es keine „Lebensberufe“ mehr gibt, beginnt die berufsbezogene Entwicklung bereits in der Kindheit und dauert bis ins späte Erwachsenenalter an. So wird in diesem Kontext z.B. auch von Persönlichkeitsentwicklung und Lebensplanung gesprochen. In der Kindheit wird die berufsbezogene Entwicklung beeinflusst durch Bilder und Erfahrungen im sozialen Umfeld, durch geschlechtsspezifische Zuschreibungen durch Eltern und Sorgeberechtigte sowie durch Erwartungen, die an die Kinder gestellt werden. Im Jugendalter wird die Berufsfindung zu einer zentralen Entwicklungsaufgabe, d.h. es handelt sich nicht um eine punktuelle Entscheidung, sondern um einen Prozess, den die Jugendlichen steuern und gestalten müssen. In diesem Entwicklungsprozess sind vier Handlungsfelder bedeutsam:
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• der individuelle Prozess, die subjektive Berufsorientierung (Schudy 2002) Die subjektive Berufsorientierung wird geleitet durch Fragen wie: Wer bin ich? Wie will ich später leben und arbeiten? Was kann ich überhaupt erreichen? (Schudy 2002) Dieser individuelle Prozess ist die Suche jedes Jugendlichen nach seiner Identität und die Entwicklung einer Lebensperspektive.
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• das Beherrschen von Methoden, die Fähigkeit zur Informationsbeschaffung Zielgerichtete Informationssuche, Wissen und Kenntnisse sind einerseits Voraussetzungen, um den Prozess gestalten zu können. Dazu gehört jedoch andererseits auch die Fähigkeit, dieses für sich nutzbar zu machen und bei der Steuerung des Prozesses einzusetzen.
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• die Bereitschaft zur Erprobung, die Fähigkeit zur Auswertung der Erfahrungen Die Kenntnisse über sich selbst, über die eigenen Interessen, Stärken und Wünsche müssen zur Auseinandersetzung und zum Abgleich mit berufsbezogenen Anforderungen führen. Voraussetzung dafür ist die Bereitschaft, praktische Erfahrungen zu sammeln sowie die Fähigkeit und die Bereitschaft zur Selbstreflexion. In der Konsequenz heißt das, Jugendliche müssen zur Selbststeuerung in der Lage sein und Eigenaktivität aufbringen.
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• die Auseinandersetzung mit den Bedarfen und Erfordernissen einer sich wandelnden Arbeitswelt Die Befassung mit arbeitsweltlichen Fragen und Erwartungen muss neben einer Erweiterung des Spektrums an Berufsbildern sowie der Veränderung des geschlechtsspezifischen Berufswahlverhaltens auch ökonomische Aspekte und Berufsaussichten zum Gegenstand der Arbeit machen.