Unterricht
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Schreiben und lesen lernen
  • Schreiben und Lesen lernen
  • im Anfangsunterricht
  • Beschreibung des Schulprogramm-Bausteins:
  • Im ersten Schuljahr kommen Kinder in die Schule, die unterschiedliche Fähigkeiten
  • mitbringen. Aus diesem Grund verläuft der Schrift- bzw. Spracherwerb, gerade im
  • Anfangsunterricht, für jedes Kind individuell.
  • „Grundlage für erfolgreiches Schreibenlernen ist die phonologische Bewusstheit, d.h. die
  • Einsicht in die Lautstruktur der Sprache, sowie die Laut-Buchstaben-Entsprechung der
  • Alphabetschrift. Die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler, Wörter auf ihre lautlichen
  • Bestandteile hin abzuhören, ist beim Schreiblernprozess ebenso bedeutend wie die
  • Voraussetzungen im Bereich der visuellen Wahrnehmung und der Motorik.“
  • (Lehrplan Deutsch Grundschule)
  • Im Mittelpunkt des Anfangsunterrichts steht daher die eigenständige Arbeit mit einer
  • Anlauttabelle. Diese dient den Kindern als Werkzeug, mit dem sie sich Schritt für Schritt
  • die Basis unserer Schrift, die Laut-Buchstaben-Zuordnung, erschließen. Den Kindern
  • stehen alle Buchstaben des Alphabets von Anfang an zur Verfügung, so dass sie alle
  • Wörter ihres Wortschatzes beim Schreiben verwenden können. Sie erfahren, dass jedem
  • Laut ein Buchstabe zugeordnet werden kann. Mit einem „Anlautrap“ werden die Laut-
  • Buchstaben-Zuordnungen trainiert und die Kinder in den Umgang mit der Anlauttabelle
  • eingeführt. Regelmäßiges gemeinsames Lautieren von Wörtern hat Modellcharakter.
  • Gemäß ihrer persönlichen Schreibentwicklung schreiben die Kinder dann für sie
  • interessante Wörter und Texte zunächst lautgetreu auf. Häufig fehlen bei den ersten
  • Schreibergebnissen die Vokale oder Laute im Wortinneren und am Wortende. Diese
  • Schreibweisen sind nicht als Fehler zu sehen, sondern vielmehr als Dokument des
  • individuellen Lernfortschritts. Erst wenn ein Kind die Laute eines Wortes hören kann und in
  • der richtigen Reihenfolge notieren kann, ist es fähig, mit Einsicht, sich weitere
  • Rechtschreib-Regeln zu erarbeiten.
  • Eingebettet ist die Arbeit mit der Anlauttabelle im Unterricht in die vertiefende Arbeit an
  • Lauten, Buchstaben und anderen Strukturen der Schriftsprache:
  • Die Kinder arbeiten in dieser Phase des Schriftspracherwerbs möglichst selbstständig und
  • differenziert an ihrem eigenen Hör-Schreib- und Sehpass und/ oder Buchstabenheft. Die
  • Vorgehensweise beim Erlernen der Buchstaben oder Buchstabenkombinationen ist dabei
  • immer gleich:
    • den Laut heraushören und unterscheiden,
    • den Buchstaben schreiben,
    • den Buchstaben in einer Anzahl verschiedener Buchstaben wieder finden,
    • individuelle Vertiefung.
  • Parallel zum Schreiben eigener lautgetreuer Wörter und Texte erfahren die Kinder, dass
  • es eine „Buch“- oder „Erwachsenen“-Schrift gibt, in der es verabredete Schreibweisen für
  • alle Wörter gibt, an denen sie sich nach und nach immer stärker orientieren sollen. Sie
  • Baustein zum Schulprogramm Unterricht 3.3
  • Ansprechpartner: Diepenbrock
  • Stand: 19.09.2018 Seite 2 von 2
  • erleben, dass es nicht immer eine eindeutige Laut-Buchstaben-Zuordnung gibt, sondern
  • auch andere Prinzipien berücksichtigt werden müssen, um normgerecht zu schreiben.
  • Mit den Kindern wird begleitend zu den o.g. Maßnahmen ein Grundwortschatz mit häufig
  • verwendeten Wörtern (z. B. und, wie, sie, der …) eingeübt, die jedes Kind am Ende von
  • Klasse 1 rechtschriftlich sicher beherrschen soll.
  • Aus häufigem Schreiben entwickelt sich das Lesen. Aufgrund der unterschiedlichen
  • Sprach- und Schreibentwicklung setzt auch das Lesen-Können bei jedem Kind zu einem
  • anderen Zeitpunkt ein. Aus dem engen Zusammenhang zwischen Lesen und Schreiben
  • ergibt sich auch die Notwendigkeit einer gemeinsamen Ausgangsschrift. Diese ist die
  • Druckschrift. Aus dieser entwickelt sich im Laufe der Grundschulzeit eine gut lesbare
  • verbundene Schrift (Schreibschrift).
  • Leseangebote stehen den Kindern vom ersten Tag an zur Verfügung. In den Klassen gibt
  • es Bücher zum Anschauen, Vorlesezeiten, Lesematerial mit zunächst lauttreuen Wörtern,
  • Sätzen und kurzen Texten. Die Mildenberger Fibel „Lesen mit Silben“ kann vertiefend und
  • individuell eingesetzt werden.
  • Sprachspiele z.B. zum genauen Zuhören, zum Silben klatschen gehören zum Unterricht
  • dazu.
  • Mit Hilfe von Diagnosematerialien (Bild-Wort-Test, später dann ungeübte Diagnose-
  • Diktate) wird der Lernstand der Kinder regelmäßig durch die Lehrkraft ermittelt und
  • anhand der Ergebnisse die Weiterarbeit für jedes Kind individuell definiert. So werden
  • einige Kinder schon an erste rechtschriftliche Besonderheiten herangeführt während
  • andere Kinder noch Zeit zum reinen Lautieren benötigen.
  • In Klasse 2 arbeiten die Kinder mit dem Lehrwerk Tinto weiter. Die Rechtschreibung und
  • somit auch die genormte Schreibung rücken in den Vordergrund. Das Nutzen von
  • Wörterbüchern wird eingeführt.
  • Ziele des Schreib- und Leseunterrichts in Klasse 1 sind:
  • 1. Die Kinder kennen die wichtigen Buchstaben des ABC.
  • 2. Sie schreiben Wörter und kurze Texte lautgetreu und erhalten mit der Einsicht in
  • den Lautbezug eine sichere Basis für ihren weiteren Rechtschreiberwerb.
  • 3. Die Schreibfreude der Kinder wird von Anfang an gefördert.
  • 4. Einige immer wiederkehrende, nicht lautgetreue Wörter kennen sie auswendig und
  • nutzen sie beim Verfassen von eigenen Texten (z.B. und, die, …. =
  • Grundwortschatz).
  • 5. Sie halten Wortgrenzen ein.
  • 6. Sie kennen einige besondere Buchstabenverbindungen: ch, sch, sp, st.
  • 7. Die Kinder lesen einfache Sätze mit lautgetreuer Schreibung.
  • 8. Einige immer wiederkehrende, nicht lautgetreue Wörter erkennen sie in Lesetexten
  • auf einen Blick.
  • Sammeln von Erfahrungen hierzu bis auf weiteres.