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Gender-Mainstreaming-Konzept

Anja Freifrau von Fürstenberg

Leitidee und Begründung

  • Unsere Grundschule versteht sich als Ort der Chancengleichheit, Vielfalt und Persönlichkeitsentwicklung.
  • Gender-Mainstreaming bedeutet, dass die Gleichstellung von Frauen/ Mädchen und Männern/ Jungen sowie die Wertschätzung von Vielfalt in allen Strukturen, Prozessen und Entscheidungen berücksichtigt wird und in der Ansprache geschlechtsspezfisch unterschieden wird.
    Kinder kommen mit ersten Erfahrungen zu Geschlechterrollen in die Schule. Diese sind geprägt durch Familie, Medien und gesellschaftliche Erwartungen. Aufgabe der Schule ist es, Stereotype bewusst zu hinterfragen und Möglichkeiten zu eröffnen, die über klassische Rollenbilder hinausgehen.

Gesetzliche Grundlage

Rechtliche Grundlage

  • Grundgesetz Art. 3: Männer und Frauen sind gleichberechtigt.
  • Schulgesetze der Länder verpflichten Schulen zur Förderung von Gleichstellung und zur Erziehung zu Toleranz und gegenseitigem Respekt.
  • Gender-Mainstreaming ist seit 1999 ein verbindliches Leitprinzip auf europäischer und nationaler Ebene.

Ziele

Allgemeines Ziel

  • Förderung der Chancengleichheit der Geschlechter und Beseitigung bestehender geschlechtstypischer Nachteile von Mädchen und Jungen.

Grundsätze

  • 1. Gleichstellung fördern
  • 2. Mädchen und Jungen sollen unabhängig von Geschlechterrollen gleiche Chancen in allen Fächern, Projekten und Gremien haben.
  • 3. Stereotype abbauen
  • 4. Kinder sollen erleben, dass Interessen, Fähigkeiten und Lebenswege nicht durch Geschlecht festgelegt sind.
  • 5. Vielfalt anerkennen
  • 6. Unterschiedliche Identitäten, Familienmodelle und Lebensrealitäten sollen wertschätzend in Schule sichtbar gemacht werden.
  • 7. Mädchen und Jungen sollen gleichermaßen an Entscheidungen und Verantwortung im Schulleben teilhaben.
  • 8. Lehrkräfte und pädagogisches Personal reflektieren eigene Rollenbilder, Sprache und Handlungsweisen.
  • 9. Das partnerschaftliche Sozialverhalten und das Selbstvertrauen bei Jungen und Mädchen soll gefördert werden.
  • 10. In Briefen, Anschreiben und allen schriftlichen Dokumenten sollen alle Geschlechter angesprochen oder eine neutrale Ansprache formuliert werden.

Handlungsfelder und Maßnahmen

Unterricht

  • Geschlechtergerechte Sprache:
    In allen Unterrichtsmaterialien, Briefen und Arbeitsaufträgen wird eine inklusive und wertschätzende Sprache genutzt.
  • Lehrmittel, die zukünftig eingeführt werden, werden zuvor auf Geschlechtergerechtigkeit geprüft.
  • Vielfältige Vorbilder:
    In Geschichten, Sachtexten, Mathematikaufgaben und Projektarbeiten werden bewusst Frauen und Männer in unterschiedlichsten Rollen gezeigt (z. B. Wissenschaftlerinnen, Erzieher, Pilotinnen, Krankenpfleger).
  • Differenzierte Förderung:
    Mädchen und Jungen werden gezielt in sprachlicher Ausdrucksfähigkeit gefördert.
  • Alle Kinder werden gleichermaßen in ihren Interessen gefördert und unterstützt.
  • Begabungen jenseits der Stereotype (z. B. kreative Jungen, sportliche Mädchen) werden unterstützt.
  • Die Lehrkräfte achten auf eine gleichmäßige Unterrichtsbeteiligung von Jungen und Mädchen.
  • Die Bildung von Zufallsgruppen bei der Sitzordnung/ Gruppenarbeit wird regelmäßig berücksichtigt.
  • Projektarbeit:
    Themen wie Familie, Berufe, Medien oder Geschichte werden stets mit Gender-Perspektive betrachtet.

Schulorganisation

  • Raumgestaltung:
    Pausenflächen und Spielgeräte werden so gestaltet, dass sie für alle Kinder nutzbar sind (z. B. nicht nur ein zentraler Fußballplatz für Jungen, sondern auch Bewegungsangebote für Mädchen und gemischte Gruppen).
  • AGs und Förderangebote:
    Kreative und musische Angebote auch für Jungen attraktiv machen. Handwerkliche Angebote für Mädchen (z. B. AGs der IMW, Bläserklasse, Chor).
  • Mädchen und Jungen werden ermutigt, über „klassische“ Rollen hinweg Neues auszuprobieren.
  • Schüler- und Schülerinnenvertretung:
    Bei Klassenrat und Kinderparlament (Luziarat) wird auf gleichberechtigte Beteiligung von Mädchen und Jungen geachtet.

Personalentwicklung

  • Fortbildungen:
    Möglichkeiten der Teilnahme an Fortbildungen, die Gender-Aspekte aufgreifen, z.B. auch über Fobizz.
  • Reflexion:
    Regelmäßiger Austausch über Gleichberechtigung und Gender-Aspekte mit KollegInnen.
  • Reflexion der eigenen Rolle im Hinblick auf die Umsetzung von Gender-Mainstreaming.
  • Vorbildfunktion:
    Lehrkräfte achten bewusst auf ihr Verhalten: Sie fördern sowohl Mädchen als auch Jungen in allen Bereichen, ermutigen zum Ausprobieren und vermeiden stereotype Zuschreibungen.

Elternarbeit

  • Kommunikation:
    Elternbriefe, Einladungen und Gespräche erfolgen in geschlechtergerechter Sprache.

Schulkultur und soziales Lernen

  • Respekt und Wertschätzung:
    Werte wie Gleichberechtigung, Fairness und Rücksichtnahme sind Teil der Schulordnung und des sozialen Miteinanders.
  • Feiern und Rituale:
    Bei Festen, Projekten und Aufführungen wird auf die gleichberechtigte Darstellung und Beteiligung von Mädchen und Jungen geachtet.
  • Konfliktkultur:
    Im Umgang mit Konflikten werden stereotype Zuschreibungen („Jungen sind halt wild“, „Mädchen sind immer brav“) vermieden.

Evaluation und Weiterentwicklung

  • Weiterentwicklung:
    Das Konzept wird regelmäßig überarbeitet und an aktuelle Entwicklungen, Forschungsergebnisse und Bedarfe der Schule angepasst.
  • Feedback:
    Nicht gelungene Aspekte des Gender-Mainstreamings werden den beteiligten Lehrkräften und/oder der Schulleitung zurückgemeldet und Optimierungen überlegt.

Stand

Konzepterstellung

  • August 2025 - Februar 2026
  • Schulkonferenzbeschluss 28.05.2026