§48 Die Leistungsbewertung gibt Aufschluss über den Stand des Lernprozesses, ist Grundlage für die weitere Förderung.
Die Leistungsbewertung bezieht sich auf die im Unterricht vermittelten Kenntnisse und Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Berücksichtigt werden schrifltiche Leistungen und sonstige, im Unterricht erbrachte Leistungen. Das Verhätnis dieser Leistungen sind von Fach zu Fach verschieden (s. Fächer).
Bei der Bewertung werden folgende Notenstufen zu Grunde gelegt:
Kompetenzorientierter Unterricht mit individueller Förderung in drei Phasen:
Lehrphase (Instruktion)
Lernphase (Üben, Vertiefen)
Überprüfungsphase (mündlich, schriftlich und praktisch)
Damit ein Kind etwas leistet, benötigt es Unterstützung, Anerkennung und Zugewandtheit von der Schule durch seine Lehrkräfte.
Für die Bewertung der Leistung eines Kindes wird der Grad der Kompetenzentwicklung und der Wissensstand gemessen. An unserer Schule melden wir den Kindern dies mit Punkten und Pflanzensymbolen zurück, damit ihr Lernerfolg und die Anforderungen transparent und nachvollziehbar sind. Klassenarbeiten in Klasse 3 und 4 werden benotet.
Das Messen des Lernerfolgs führt zu Förderangeboten für ein Kind und hat langfristig in Deutsch und Mathematik Einfluss auf die Schullaufbahnberatung im 4. Schuljahr. Zudem liefert es wertvolle Informationen zur Wirksamkeit des Unterrichts und ermöglicht Nachsteuern.
§2 SchulG NRW: Die Schule fördert die vorurteilsfreie Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung. In der Schule werden sie in der Regel gemeinsam unterrichtet und erzogen (inklusive Bildung). Schülerinnen und Schüler, die auf sonderpädagogische Unterstützung angewiesen sind, werden nach ihrem indivi- duellen Bedarf besonders gefördert, um ihnen ein möglichst hohes Maß an schulischer und beruflicher Eingliederung, gesellschaftlicher Teilhabe und selbstständiger Lebensgestaltung zu ermöglichen.
Auch Kindern ohne sonderpädagogische Unterstützung können Nachteilsausgleiche erhalten, z.B. beim Schreiben von Klassenarbeiten nach Unfällen, bei Krankheiten oder auch mit Lese-Rechtschreibschwäche.
Eltern stellen einen Antrag auf Nachteilsausgleich bei der Klassenlehrkraft und werden dazu beraten. Die Entscheidung über den Antrag trifft die Klassenkonferenz aller Lehrkräfte in der Klasse.
Die Klassenlehrerin teilt Eltern das Ergebnis schriftlich mit.
"Die Leistungsbewertung trägt auch der individuellen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler Rechnung. Als Leistung werden demnach nicht nur die Lernergebnisse zu einem bestimmten Zeitpunkt im Vergleich zu den verbindlichen Anforderungen und Kompetenzerwartungen gewertet, sondern auch der Lernprozess, der zu diesem Ergebnis geführt hat." Richtlinien NRW 2024, S. 16.
Wir Lehrkräfte bewerten den Lernprozess eines Kindes, also wie ein Kind gelernt hat, durch die Beobachtung des Arbeits- und Sozialverhaltens beim Lernen
Growth-Mindset: Wir machen das Wachsen eines Kindes transparent
Kinder entwickeln in der Schule Kompetenzen: sie wachsen und können immer mehr.
Pflanzensymbole zeigen, dass das Lernen wächst.
Im Unterricht aller Jahrgangsstufen nutzen wir Stempel mit Pflanzensymbolen für individuelle Rückmeldungen.
Einzelne Leistungen können durch Blumen oder den Vermerk „Ich sehe dich wachsen“ hervorgehoben und gewürdigt werden. Mit einer Gießkanne geben wir Hinweise zum Weiterwachsen und -lernen.
Ziel ist es, dass ein Kind ein Bild seines Könnens hat. Es soll wahrnehmen, dass es jederzeit weiter wachsen kann und Lernen kein abgeschlossener Prozess ist.
In der Schuleingangsphase (Klasse 1 und 2) beobachten wir, welche Fähigkeiten ein Kind mitbringt. Es zählt, wie ein Kind diese Fähigkeiten zu Kompetenzen weiterentwickelt. Dies melden wir regelmäßig zurück. Am Ende von Klasse 1 melden wir im ersten Zeugnis mit Pflanzensymbolen zurück, wie weit ein Kind grundlegende Kompetenzen ausgeprägt hat.
In Klasse 3 führen wir Kinder an die Notengebung heran, wie sie nach dem Schulgesetz auch in der Sekundarstufe 1 verwendet wird: Auf den Zeugnissen sind sowohl Pflanzensymbole als auch Noten in den Fächern ausgewiesen.
Erst in Klasse 4 verzichten wir auf die Pflanzensymbole im Zeugnis. In Klassenarbeiten und sonstigen Leistungen finden Kinder die Pflanzensymbole des Growth-Mindsets weiterhin als Rückmeldung.
In Klasse 1 bis 3 erhalten die Kinder, die im Bildungsgang der Grundschule unterrichtet werden, Zeugnisse im Tabellen- bzw. Rasterformat. Alle Kompetenzen, die wir im Unterricht gefördert haben, sind dort nach Fächern -für jedes Kind gleich- aufgelistet.
Im Zeugnis werden alle Wachstumsphasen mit dargestellt, das Können und Dazulernen wird erwartet, nicht etwa Fehler oder Defizite. Hier zeigen die Pflanzensymbole deutlich und übersichtlich, wie weit die Kompetenzen eines Kindes bereits gewachsen sind und noch wachsen können. Damit kann ein Pflanzensymbol viel genauer sagen, was ein Kind gelernt hat, als eine Note.
Die Zeugnisse eines Kindes werden dadurch vergleichbar und die Lernentwicklung deutlich. Dies liefert wichtige Erkenntnisse für die Übergangsempfehlung (s. letzte Spalte).
In der Pflanzensymbolik bedeutet der Keimling (ganz links), dass die Grundkenntnisse nicht ganz vollständig ausgeprägt sind. Dies führt zu:
Förderempfehlungen zusätzlich zum Zeugnis, die von Schule und Eltern umgesetzt werden, damit Kompetenzen weiter wachsen können
Beratung von Kind und Eltern, die zum Weiterlernen ermutigt (z. Bsp. zur Förderung in der Klassenstufe darunter/Rückstellung, zu zieldifferenter Förderung oder zu einem Antrag zur Überprüfung des Bedarfs an sonderpädagogischer Förderung )
3. Fächerübergreifende Vereinbarungen zur Bewertung von Klassenarbeiten und Tests4
Wie werden einfache und herausfordernde Aufgaben bewertet?
Klassenarbeiten enthalten Aufgaben auf verschiedenen Anforderungsniveaustufen.
Es werden immer Aufgaben des Anforderungsniveau 1 gestellt: hiermit überprüfen wir, ob Gelerntes bei einfachen Aufgaben sicher angewendet werden kann.
Mit Aufgaben des Anforderungsniveau 2 überprüfen wir zusätzlich, ob ein Kind Zusammenhänge erkennen und nutzen kann.
Mit Aufgaben des Anforderungsniveaus 3 schätzen wir ein, ob ein Kind Herausforderungen durch die Entwicklung eigener Lösungswege und Strategien bewältigt.
Lerninhalte und Klassenarbeiten sowie andere Formen der Leistungsüberprüfung werden im Jahrgangsteam gemeinsam erarbeitet und konzipiert. Dies schließt die Bewertung von Aufgaben und Aufgabenbearbeitung der Kinder mit ein.
Lernzielkontrollen in den Klassen 3 und 4 werden den Kindern eine Woche im voraus angekündigt und an der Tafel notiert. Auch die Themenbereiche der Lernzielkontrollen werden vermerkt.
Die Kinder schreiben sich Termin und Inhalt der angekündigten Lernzielkontrolle in der HaPo-Mappe im Berech "wichtige Informationen" auf.
Von der Ankündigung ausgenommen sind regelmäßige Tests wie Lernwörterdiktate, Kopfrechenmarathon oder Lesetests.
In den Klassen- und Zeugniskonferenzen tauschen sich die Lehrkräfte einer Klasse über die Kompetenzen der Kinder aus und stimmen sich für das Zeugnis ab. Zeugnisse werden immer auf der Basis von Beschlüssen der beteiligten Lehrkräfte verfasst.
5. Empfehlung für den Übergang in die Sekundarstufe 11
Welche Leistungen spielen eine Rolle für die Schulformempfehlung?
Die Lernentwicklung eines Kindes zählt mehr als der Leistungsstand am Ende des ersten Halbjahrs von Klasse 4.
Das Arbeitsverhalten spielt eine entscheidene Rolle für die Empfehlung. Im dritten Schuljahr wird dies auf den Zeugnissen und den Elternsprechtagen umfangreich beschrieben.
Die Leistungen in den Fächern Deutsch und Mathematik sind besonders wichtig.
Die Leistungen eines Kindes im Sachunterricht liefern wichtige Hinweise zu Problemlösestrategien.
Der Englischunterricht in der Grundschule ist grundlegend anders als in der Sek 1. Die Leistungen in Englisch sind für die Empfehlung untergeordnet.
So zeigt ein Kind seine Kompetenzen im schriftlichen Sprachgebrauch
Klasse 1:
schreibt Sätze und kurze Texte auf und achtet dabei auf Grammatik, Satzbildung, Wortschatz (z.B. zu Bildern, Erlebnissen, im Rahmen eigener Geschichten)
bei der Bearbeitung von Aufagben im Zebra-Lehrwerk
Klasse 2:
schreibt kurze Texte und Geschichten auf und achtet dabei auf Grammatik, Satzbildung, Wortschatz (z.B. zu Bildern, Erlebnissen)
kriteriengeleitete Texte
Wortarten erkennen (z.B. in Lernzielkontrollen, Wort/Satz des Tages)
bei der Bearbeitung von Aufgaben im Zebra-Lehrwerk
Klasse 3/4
schreibt Texte und Geschichten auf und achtet dabei auf Grammatik, Satzbildung, Wortschatz (z.B. zu Bildern, Erlebnissen)
kriteriengeleitete Texte
Überarbeitung von Texten (z.B. im Rahmen von Schreibkonferenzen)
bei der Bearbeitung von Aufgaben im Zebra-Lehrwerk
eineRechtschreibarbeit zu den den FRESCH-Rechtschreibstrategien am Schuljahresende
In Klasse 3 bewerten wir die ersten 50 Wörter eines Aufsatzes auch für die Rechtschreibung. Dazu ermitteln wir die Anzahl der richtig geschriebenen Wörter und ordnen sie einer Note zu:
In Klasse 4 bewerten wir die ersten 100 Wörter eines Aufsatzes auch für die Rechtschreibung. Dazu ermitteln wir die Anzahl der richtig geschriebenen Wörter und ordnen sie einer Note zu.
Klassenarbeiten werden vom Jahrgangsteam gemeinsam konzipiert. Eine Klassenarbeit sollte, wenn möglich, mehrere Inhaltsbereiche abdecken.
Richtwert: Jeweils 2-3 benotete Klassenarbeitenpro Halbjahr. Die genaue Anzahl der Lernzielkontrollen wird vom Jahrgangsteam einheitlich festgelegt.
Nach pädagogischen Ermessen können Anschauungsmittel hinzugenommen werden.
Des Weiteren gliedern sich die ausgewählten Aufgaben in folgende Anforderungsbereiche:
Anforderungsbereich I (Reproduzieren: Das Lösen der Aufgaben erfordert Grundwissen und das Ausführen von Routinetätigkeiten: 50%)
Anforderungsbereich II + III: 50% Dem Anforderungsbereich II sollte dabei mehr Gewicht zugeschrieben werden. Richtwert: 35% AB II (Zusammenhänge herstellen: Das Lösen der Aufgaben erfordert das Erkennen und Nutzen von Zusammenhängen), 10-15% AB III ( Verallgemeinern und Reflektieren: Das Lösen der Aufgaben erfordert Tätigkeiten wie das Strukturieren, Entwickeln von Strategien, beurteilen und Verallgemeinern) Dabei handelt es sich um Richtwerte, die dem jahrgangsteam bei der Konzeption von Klassenarbeiten als Orientierung dienen und geringfügig verändert werden können, wenn sich Aufgaben nicht eindeutig einem Anforderungsbereich zuschreiben lassen können.
Im Fach Englisch sind verbindliche Unterrichtsvorhaben als ENGLISCH-FAHRPLAN mit Vereinbarungen zur Leistungsbewertung festgelegt.
Kommunikationsfähigkeit als wichtigste Kompetenz
Für den Unterricht und die Leistungsbewertung gilt das Prinzip "fluency before accuracy": wichtig ist, dass ein Kind überhaupt erst einmal Englisch spricht, erst danach ist es wichtig, dass es genau und richtig spricht.
Bedeutung der Lernvoraussetzungen, Weiterentwicklung und Anstrengungsbereitschaft
Hinsichtlich der Leistungsbewertung im Fach Sport steht der pädagogische Leistungsbegriff, der sich an den individuellen Lernvoraussetzungen und deren Weiterentwicklung sowie der Anstrengungsbereitschaft orientiert, im Mittelpunkt.
Für das 3. Schuljahr gilt: Bei Sport (1 Unterrichtsstunde) und Schwimmen (2 Unterrichtsstunden) im Schulhalbjahr/Schuljahr wird aufgrund der Bewegungszeit, die jeweils ca. 35 Minuten beträgt, eine Gewichtung von 50% Sportnote und 50% Schwimmnote für die Endnote festgesetzt.
Im Sportunterricht stehen dann Sportspiele im Fokus.
Als Leistung werden nicht nur die Ergebnisse gewertet, sondern auch die Anstrengungen und Lernfortschritte, die zu den Ergebnissen geführt haben. Es zählt die Qualität, die Quantiät und die Kontinuität der Beiträge. Die persönliche Glaubensüberzeugung des Kindes ist nicht Teil der Leistungsbewertung.